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ÖAMTC Test - Unterschiedlich abgefahrene Sommerreifen

Die Kombination von stark unterschiedlich abgefahrenen Pneus erhöht die Unfallgefahr deutlich !

Ein kontrollierender Blick beim bevorstehenden Wechsel von Winter- auf Sommerreifen macht es deutlich: Reifen werden nicht gleichmäßig abgefahren. Die Pneus an der Antriebsachse werden immer stärker abgenützt. Wohin also mit den besseren Reifen, nach vorne oder nach hinten?

Die gängige Empfehlung, Reifen mit mehr Profil an der Hinterachse zu montieren, hat leicht erklärbare Sicherheitsgründe:

•    Schlechtere Reifen an der Hinterachse erhöhen die Schleudergefahr und damit das Risiko schwerer Unfälle. Das gilt auch bei Vorderradantrieb.
•    Bessere Reifen an der Vorderachse bieten Sicherheitsvorteile beim Bremsen und bei Aquaplaning.
•    Bessere Reifen an der Hinterachse bedeuten mehr Stabilität in Not- und Ausweichsituationen, besonders auf nasser Fahrbahn.

Bei Reifen mit geringen Profiltiefenunterschieden (ca. 1 Millimeter) sind die Sicherheitsunterschiede allerdings gering. Zusätzlich korrigiert ESP wirksam die Schwächen, die durch wenig unterschiedliche Profiltiefe an den Vorder- und Hinterachsreifen auftreten. Das Assistenzprogramm kann die geringere Seitenführung an der Vorderachse in gewissem Maße ausgleichen und das Übersteuern der Hinterachse wirkungsvoll reduzieren. Daher kann man vor allem bei Autos mit ESP die Reifen regelmäßig tauschen, wenn der Profiltiefenunterschied gering ist.

Großer Profiltiefenunterschied erhöht Unfallgefahr deutlich

Bei großem Unterschied in der Profiltiefe und/oder deutlich unterschiedlichem Reifenalter muss aber auf jeden Fall mit einer erheblichen Verschlechterung der Sicherheitseigenschaften gerechnet werden. Alte Reifen an der Hinterachse führen zu einem gefährlichen, inakzeptablen Ausbrechen in Notsituationen. Das kann auch ESP nicht verhindern. Die Übersteuer-Reaktion wird zwar anfangs korrigiert, wirkt aber dann, wenn die Grenzen der Physik erreicht sind, umso heftiger. Werden die schlechteren Reifen an der Vorderachse montiert, verlängern sich die Bremswege deutlich.

Fazit

Aus diesem Grund empfiehlt der ÖAMTC, die Kombination deutlich unterschiedlicher Reifen an Vorder- und Hinterachse aus Sicherheitsgründen zu vermeiden. Sind die Reifen stark unterschiedlich abgenutzt, so ist es besser, gleich vier neue Reifen zu kaufen. Ist man zu solch einem ungleichen Reifenmix allerdings gezwungen, so sollten die besseren Reifen auf jeden Fall an der Hinterachse montiert werden.