Willreifen.at ist ein österreichisches Unternehmen Montagepartner suchen

ÖAMTC Test - Sommerreifen mit M+S Kennung

Wo M+S draufsteht muss nicht immer ein Winterreifen drin sein. Sommerreifen mit M+S Kennung machen den Winter zu einer riskanten Rutschpartie. Bei winterlichen Straßenverhältnissen dürfen PKW ab 1.November nur mit Winterausrüstung auf der Straße unterwegs sein. Also – Sommerreifen mit Schneeketten oder mit Winterreifen. Was zeichnet also einen Winterreifen aus und wie erkennt man ihn? In Österreich dann, wenn er über die sogenannte M+S Kennung auf der Seitenwand verfügt und minimum vier Millimeter Resttiefe aufweist. Leider gibt es werder in Österreich noch international Standards, wann die Bezeichnung M+S verwendet werden darf.

Was genau ist also die M+S Kennung - Laut internationaler ECE-Regelung sind M+S-Reifen "Reifen, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem in Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen. Das Profil der Lauffläche der M+S-Reifen ist im allgemeinen durch größere Profilrillen und/oder Stollen gekennzeichnet, die voneinander durch größere Zwischenräume getrennt sind, als dies bei normalen Reifen der Fall ist." Der Haken an der Sache: Es sind weder die Eigenschaften geregelt, die ein M+S-Reifen aufweisen muss, noch ist definiert, was ein normaler Reifen ist. "Die fehlenden Standards führen nun dazu, dass schon reinrassige Sommerreifen mit der M+S-Kennzeichnung auf dem Markt sind", warnt der ÖAMTC-Reifenexperte. Was für Matsch und Schnee ausgelegt sein sollte, wird damit zur riskanten Rutschpartie.

Der ÖAMTC hat vier solcher „Sommerreifen“ mit M+S Kennung getestet. Die vier M+S markierten Hochgeschwindigkeits-Sommerreifen GT Radial Champiro128, Westlake R-VH 680, Achilles ATR SPORT und Triangle TALON GLS TR928 - alle aus dem Billig-Sortiment fernöstlicher Hersteller - mit dem im ÖAMTC-Winterreifentest als "sehr empfehlenswert" eingestuften Continental TS 830 verglichen. Getestet wurden Traktionskraft, ABS-Bremsen und Anfahren mit Traktionskontrolle auf Schnee.

Beim Anfahren auf Schnee bringen die vermeintlichen M+S Reifen nur bis zu einem drittel der Traktion auf die Strasse. Aus dem Stand auf Tempo 30 benötigt der Conti 1.5 s, der schlechteste „Möchtegern-Winterreifen“ fast fünf Sekunden. Gefährlich wird es beim Bremsen auf Schnee: Aus 50 km/h steht das mit Winterreifen ausgestattete Fahrzeug auf Schneefahrbahn nach 29,5 Metern, das gleiche Auto mit den schlechtesten 'M+S-Sommerreifen' braucht mehr als doppelt so lange bis zum Stillstand (69,4 m)", erklärt der ÖAMTC-Reifenexperte. Beim ebenfalls getesteten Nass-Bremsen mit ABS schaffen alle Sommerreifen (einige aber nur äußerst knapp) und natürlich auch der Premium-Winterreifen die geringen Anforderungen der ECE-Norm.

Auf den meisten „echten“ Winterreifen findet man das sogenannte „Schneeflockensymbol“. Dieses kennzeichnet Reifen, die nach einer amerikanischen Norm ein Mindestmaß an Schneegriffeigenschaften aufweisen. Das Zeichen hat zwar in Europa keine rechtliche Bedeutung, man kann aber davon ausgehen, dass es sich bei dem Modell um einen Winter- oder Ganzjahresreifen handelt.